Oberligist bevorzugt den sicheren Weg

Fünf neue Gesichter beim TV Borken

Viel zu sagen hat Andreas Stolz seinen Damen vom TV Borken in der Vorbereitung. Der Oberliga-Trainer meint: „Ich will es schaffen, dass das Team künftig spielerisch in der Lage ist, die Gegner zu bezwingen.“

Moral, Leidenschaft, unbändiger Kampfeswille und der Antrieb eines begeisterungsfähigen Publikums – mit diesen Eigenschaften verlängerten die Handballerinnen des TV Borken in der ersten Saison nach dem Aufstieg ihr Haltbarkeitsdatum in der Oberliga. Spielerisch, taktisch und von der Geschwindigkeit her hatten sie dagegen noch Nachholbedarf, den auch ihr neuer Coach Andreas Stolz schnell erkannt hatte – und nun ausmerzen will. Am 16. September startet der TV Borken in die zweite Runde durch die Oberliga, seit zwei Wochen ist die Mannschaft wieder zusammen. Mit fünf neuen Gesichtern. Denn erfolgreich hatte Stolz, der Kriminalhauptkommissar, nach Verstärkungen gefahndet.

So schließt sich Christin Thiery vom westfälischen Oberligisten Eintracht Coesfeld dem TV Borken an. Aus der englischen 1. Liga kehrt Heidi Torgnes zurück nach Borken. Und vom TV Dülmen wechselt gar ein Trio: Rafaela Ceglarek sowie Katharina und Franziska Runne.

Macht zusammen 23 Damen, die sich um Plätze im finalen Kader bewerben. „Damit haben wir alle Positionen doppelt besetzt“, sagt Stolz und freut sich auf einen entsprechend großen und leistungsfördernden Konkurrenzdruck. Ach ja, und dann hat er ja noch zwei Asse im Ärmel. Denn noch in diesem Monat wird Eva Brun aus ihrer Babypause zurückkehren, Lisa Schulz nach ihrem Kreuzbandriss vermutlich im Herbst.

Ein 16-köpfigen Kader will der Coach schließlich ins Oberliga-Feuer schicken. Diejenigen, die den Sprung nicht packen, schiebt Stolz jedoch nicht aufs Abstellgleis. „Die Zweite in der Bezirksliga kann Verstärkungen gut gebrauchen“, meint Stolz, der während seines kurzen Engagements im zweiten Saisondrittel die Durchlässigkeit in den TVB-Teams vor Augen führte. Wie zum Beispiel im Fall der vorherigen A-Juniorin Esther Langenhoff. Die kann nach ihrer Kreuzbandverletzung aber erst im nächsten Jahr wieder eingreifen. Ebenfalls erst mittelfristig eine Option werden Kreisläuferin Isabelle Spangemacher und Torfrau Judith Hüging sein – nach ihren Schulter-Operation. Aus dem Kader der Vorsaison hat sich nur Mona Höing verabschiedet.

Das zum Thema Personal, das Stolz – sofern belastbar – fordern und fördern will. „Die Vorbereitung ist anspruchsvoll. Aber meine Spielerinnen sollen auch merken, dass es etwas Besonderes ist, in der Oberliga zu spielen“, meint er. „Im Training sehe ich viel Vorfreude auf die Saison in den Gesichtern.“ Und der Coach hat ein wichtiges Anliegen: „Ich will es schaffen, dass das Team künftig spielerisch in der Lage ist, die Gegner zu bezwingen.“

Dafür will er die Spielsysteme verfeinern, zielt auf Tempo-Handball in einer Spielklasse ab, die man zwar kennt. Die meisten Gegner jedoch aufgrund der Neuschaffung einer neuen Spielklasse oberhalb der Oberliga jedoch nicht. Stolz vermutet: „Es wird wieder eine Zwei-Klassen-Gesellschaft geben – mit relativ deutlichen Leistungsunterschieden zwischen der oberen und unteren Gruppe. Ich sehe uns ziemlich genau in der Mitte.“ Das Saison-Ziel steckt er scharf ab: „Wir wollen sicher in der Oberliga bleiben.“

Dreimal wöchentlich ruft Stolz derzeit sein Team zum Training zusammen, jeweils eine Laufeinheit inklusive. Einen Test bestritt sein Team bereits. Auf die 17:29-Niederlage gegen den klassenhöheren Rhein-Ruhr-Ligisten SG Überruhr am vergangenen Sonntag gibt er jedoch nichts. Stolz. „Wie stehen ganz am Anfang der Vorbereitung. Ich habe massig ausprobiert.“

Eine Probierphase, die auch noch etwas länger anhalten wird, ehe der Chefkoch die Versuchsküche des Oberligisten dann Anfang September verlassen wird. Dann sollen die Spiel-Systeme in Fleisch und Blut übergegangen sein, die Laufwege und das Personal stehen und das Verständnis untereinander auf dem Feld nahezu blind sein. Wenn das Team wieder an einem Strang ziehen soll – im nächsten Kampf um die Daseinsberechtigung in der Oberliga.