Zwischen Zugspitze und Dolomiten

Extremsport: Trio des TV Borken stürmt bei den Deutschen Meisterschaften die Gipfel

Enorme Strapazen in den Alpen nahmen drei Extremsportler des TV Borken auf sich.

Wo andere ihre Wanderschuhe schnüren, die atemberaubende Landschaft genießen, hatte ein Trio des TV Borken in Laufschuhen mal wieder keine Zeit für schöne Aussichten. Denn die drei reizt die einfache Willensprüfung inklusive Gipfelglück nicht mehr. Sie suchen das Extreme. Beim Zugspitz Ultratrail fanden Christiane Kempkes, Andreas Weber und Stefan Beckmann ihre maßgeschneiderte Herausforderung.

Weber und Beckmann entschieden sich für den Start beim Deutschen Meisterschaftslauf im Ultratrail über 81,5 Kilometer mit über 4300 Höhenmeter, Kempkes nahm den „Basetrail“ über 24,7 Kilometer inklusive 1600 Höhenmeter unter ihre Füße. Und alle kehrten mit großen Erfolgen zurück aus den Alpen. Denn während Kempkes nach ihrem Start in Garmisch-Patenkirchen und ihrem Zieleinlauf 4:08 Stunden später in Grainau in ihrer Kategorie Rang vier belegte, sprangen Weber und Beckmann mit ihren Teams auf dem Podest noch höher.

 

Immer besser in Tritt gekommen

Sie waren in Ehrwald gestartet, kletterten hoch über das Felderer Jöchel (2200 Meter Seehöhe), wieder runter Richtung Leutasch, erneut hoch zum Scharnitzjoch (2000 Meter) und abschließend wieder hinab nach Mittenwald, ehe sie über den Osterfelderkopf (2023 Meter) das Ziel in Grainau erreichten. Und Weber erwischte einen Sahnetag. Er bewältigte die Strecke in nur 12:40 Stunden. Damit belegte er in der Einzelwertung seiner Klasse Rang elf – und wurde mit seiner Mannschaft, der LG Ultralauf, gar Deutscher Vizemeister.

Gleich dahinter belegte Beckmann in der Teamwertung den dritten Platz. Die Uhr stoppte für den 58-Jährigen nach exakt 14 Stunden. Damit belegte er seiner Altersklasse Rang fünf. „Ich hatte am Anfang große Probleme mit der Höhe und dem schwülwarmen Wetter. Ich kam aber mit zunehmender Renndauer immer besser in Tritt und konnte auf den letzten 20 Kilometern noch Plätze gutmachen“, berichtet er. „Dafür, dass ich in diesem Jahr so gut wie keine Höhenmeter trainieren konnte, war mein Ergebnis unerwartet gut,“ so Beckmann, der allerdings noch mehr wollte – und bekam: nur wenige Tage später beim Lavaredo Ultratrail in die Dolomiten.

 

Beckmann sechstbester Deutscher

Nahezu die gesamte Weltelite ging im Feld der rund 3000 Extremsportler in Cortina d’Ampezzo an den Start. „Das internationale Flair ist unbeschreiblich. So etwas habe ich noch nicht erlebt“, zeigte sich der Borkener sichtlich beeindruckt. Er hatte die Tage zwischen den Läufen genutzt, um sich besser auf das bergige Gelände einzustellen. Mit Erfolg.

Beckmann lief die 48 Kilometer, auf der ganz nebenbei über 2600 Höhenmeter zu bewältigen waren, extrem gleichmäßig. Er war stark am Berg und flog die schwierigen Abstiege nahezu runter. Mit einer Gesamtzeit von 7:13:37 Stunden landete er schließlich auf Gesamtrang 244 und damit im vorderen Fünftel des Feldes. Damit war er gleichzeitig sechstbester Deutscher. Er sagte strahlend: „Es hat einfach alles gepasst. Ich komme im nächsten Jahr sicher wieder.“ Was wie ein neuerliche Kampfansage klingt. An sich selbst.